Reddeye

Spektralklasse: K0-IV "Unterriese"

7 Planeten
Entfernung zu Sol: 26.269 Lichtjahre

Auf der Oberfläche der Sonne mit der sechsfachen Sol-Masse befindet sich ein ca. 50.000 Kilometer durchmessender Sonnenfleck, der dem Gestirn seinen ursprünglichen Namen "Red Eye" gab. Das System selbst liegt einem Sektor mit hoher Sternpopulation sowie vielen Staubwolken, die die Raumfahrt erheblich erschweren.

Hauptwelt: Reddeye

innerhalb der Ökosphäre (zu heiß) in der Ökosphäre (Leben möglich) außerhalb der Ökosphäre (zu kalt) Mond vernichtet oder verschwunden
Alle Zahlenangaben (Stunden, Jahre, Gravo usw.) in Terra-Norm. Farbbalken entsprechen Atmosphärenzusammensetzung.

1. Pjotr
Mittlerer Abstand zur Sonne:
45 Mio. km
  Umlauf- & Rotationszeit:
30 Tage (Einseitendreher)
 

Atmosphäre: keine
Oberfläche: Kraterlandschaft mit Gluthitze auf der Sonnenseite; der Nachbarplanet Frenzis verursacht bei Opposition durch seine Schwerkraft einen kräftigen Tidenhub des flüssigen Metallmeeres, welches dann über die Ufer von Ishtar's Island tritt
techn. Anlagen: seit dem 25. Jahrhundert Sonnenforschungsstation der Reddeyer
Geschichte: Mitte Februar 3113 brachte USO-Korporal Pertar Almoth alle 2.000 Kolonisten der INANNA über einen Transmitter in ein unterirdisches Geheimversteck der negativen Wesenheit Darakh, bevor das Schiff in die Sonne stürzte. Nach der Ankunft waren zwar alle in Sicherheit, jedoch auch von der Außenwelt abgeschnitten, sodass Almoth niemandem über seine Anwesenheit informieren konnte. Er und die Kolonisten mussten sich auf Pjotr auf einen längeren entbehrungsreichen Aufenthalt einrichten. In den Stützpunkt befand sich auch ein körperlicher Ableger von Darakh, der sich in Form einer verschlungenen Ballung aus Leibern und Gliedmaßen von hilflosen Lebewesen darstellte. Anfang Mai erschien ein Strumtrupp des USO-Schiffes QUESTRON unter Lordadmiral Atlans Führung auf Pjotr, um den Ableger – den letzten seiner Art – auszuschalten. Eher zufällig entdeckten sie im Höhlensystem die totgeglaubten Kolonisten, die zusammen mit Almoth umgehend auf die QUESTRON gebracht wurden. Inzwischen kam es zu schwerwiegenden Kämpfen der Landetruppen und den Darakh-Söldnern sowie Mitgliedern der Organisation Libra, die allesamt besiegt wurden. Atlan trat in einem mentalen Duell Darakh gegenüber, welches der Arkonide für sich entschied. Er vernichtete die Ballung und somit die machthungrige Entität, indem er das Versteck mit flüssigem Metall des Pjotr-Meeres fluten ließ.
[ATLAN-TB Höllenwelt 3]
2. Frenzis
  Äquator- durchmesser:
ca. 50.000 km
 

Atmosphäre: Ammoniak-Helium-Methan-Wasserstoff
Oberfläche: gasförmig
3. Reddeye

Atmosphäre: Sauerstoff-Stickstoff
Oberfläche: Normalwelt mit acht Kontinenten (u.a. Pagora, Teppit)
Bewohner: Reddeyer (Terra-Kolonisten – Anfang 2437: 500.000, 3113: 150 Mio. Einwohner)
Hauptstadt: Pallin (3113: 14 Mio. Einwohner)
Regierung & Politik: im 32. Jahrhundert unabhängige Planetenregierung (Clankammer mit 20 Clans)
techn. Anlagen: vier Raumfestungen im Orbit
Wirtschaft: Abbau des seltenen Orea-Erzes
Geschichte: Die ersten terranischen Siedler erreichten um 2390 mit der THAITA den Planeten, dem sie den gleichen Namen gaben wie seiner Sonne. Während des Höhepunkts der Dolan-Krise im Jahr 2437 kehrte Boris Parthan als einziger Expeditionsteilnehmer von Ereshkigal nach Reddeye zurück, wobei er versehentlich eine Krankheit einschleppte, die zu einer starken Mutation sowie danach zum Tod der Infizierten führte und später als Nergeische Verformung bekannt wurde. Nach einem halben Jahr war die Bevölkerung um die Hälfte auf 250.000 Einwohner gesunken. Parthan floh mit dem letzten noch flugfähigen Beiboot THA-IV ins All, mit dem er später erneut Ereshkigal ansteuerte. 2455 konnte Parthan nach seiner zweiten Rückkehr eine Art Heilmittel anwenden, welches die Krankheit bei den Betroffenen zumindest verlangsamte und Neuinfektionen eindämmte. Gleichzeitig verhinderte er unter den Siedlern, die in Clans lebten und sich gegenseitig für die Seuchenverbreitung verantwortlich machten, einen planetenweiten Krieg. Parthan wurde schließlich 2468 für seine Leistungen von den Clanführern zum Hohekanzler von Reddeye gewählt.
Nach Parthans physischem Tod 2498 verbrachte man dessen Gehirn in einen Überlebenstank, teilte es in etliche lebensfähige Fraggmente auf, die wiederum in Androidenkörper – die so genannten Parthan-Träger – eingepflanzt wurden. So stand die Persönlichkeit des Hohekanzlers für künftige Generationen als Berater weiterhin zur Verfügung. Als die Fragmente mit der Zeit immer weiter zerteilt wurden und somit das Bewusstsein sich zunehmend zerfaserte (Inspirative Degeneration), konnte ein konstruiertes Netz aus Hyperfunkknoten die Einzelteile wieder wie eine Einheit agieren lassen und somit ihr Überleben sichern. Im Laufe der Jahrhunderte entstanden so Tausende von Parthan-Träger, die in ihrer Beraterfunktion den Clanführern dienten. Die Seuche konnte unterdessen bis ins 32. Jahrhundert hinein nicht besiegt werden, sodass mutierte Erreger weiterhin auftraten, die auf dem Planeten vereinzelt zu unter Quarantäne stehenden "Verbotenen Zonen" führten.
Zu Anfang des 30. Jahrhunderts begann der machthungrige Mediziner Selin Darakh damit, Teile seines Bewusstseins auf andere Personen zu übertragen und sie somit zu beherrschen. Der von der Nergeischen Verformung betroffene Reddeyer übte bald Einfluss auf die Parthan-Träger sowie auf etliche Kolonisten, die später die isolationistisch eingestellte Untergrundbewegung Libra gründeten. Ferner formte Darakh aus den Neversames von Ereshkigal heimlich ihm ergebene Söldner, die für ihn kämpften. Er entwickelte sich zu einer negativen Wesenheit, deren körperliche Ableger sich in Form einer verschlungenen Ballung aus Leibern und Gliedmaßen von hilflosen Reddeyern, Söldnern und Parthan-Trägern darstellten. Allerdings bekam die Öffentlichkeit von den Aktionen der wahnsinnigen Entität zunächst nichts mit, da sie geheim blieben.
Am 8. Februar 3113 erreichte Lordadmiral Atlan mit dem Frachter STIEGLITZ Reddeye, um dort auf Bitten von Errehart von Hartwich seltsamen Geschehnissen nachzugehen. Nach seiner Ankunft kam es vermehrt zu gewalttätigen Aktionen der Organisation Libra, die den Arkoniden sowie seine Agenten der United Stars Organisation (USO) zum Verlassen des Planeten aufforderte. Zusammen mit der Kanzlertochter und ehemaligen SolAb-Agentin Rhaen Tolsom und dem Oxtorner Rulan Karkeron kamen sie mit der Libra-Anführerin Goletta Marl in Kontakt, die eine genetische Veränderung vorwies. Bei ihr befand sich Elion Tolsom, Rhaens Bruder, der als Informant für die Libra tätig war – ebenfalls genetisch modifiziert. Die Attentate der Organisation dienten der Ablenkung für die Vorbereitung einer größeren Aktion, die bald in der Landung des Raumschiffs INANNA münden sollte. Atlan und seine Begleiter flüchteten vor den beiden Reddeyern, die offenbar unter fremden Einfluss standen, in den Dschungel einer "Verbotenen Zone". Schließlich wurden sie von USO-Korporal Pertar Almoth und der Brigade des amtierenden Hohekanzlers vor ihren Verfolgern gerettet. Um die INANNA, welche noch etliche Lichtjahre von Reddeye entfernt war, auf ihre Ladung zu überprüfen, begaben sich Almoth und Rhaen Tolsom mit einer Space-Jet zu dem Frachtschiff. Auf dem Schiff befanden sich rund 2.000 Kolonisten im Anflug auf Reddeye – jedoch auch drei mysteriöse Container, in denen sich offenbar furchterregende Ungeheuer (in Wahrheit Söldner von Ereshkigal) befanden. Beim Angriff eines unerwartet freigekommenen Monsters wurde die SolAb-Agentin schwer verletzt und mit einem Parasiten infiziert. Almoth entdeckte im Schiff einen betriebsbereiten Transmitter, der mit einem ihm unbekannten Stützpunkt (in Wirklichkeit auf dem ersten Planeten Pjotr liegend) verbunden war. Er schickte alle Kolonisten hindurch, programmierte das Schiff mit den Ungeheuern für einen Sturz in die Sonne Reddeye und verfrachtete die bewusstlose Tolsom in eine Space-Jet, bevor er selbst die INANNA verließ. Nach seiner Ankunft waren zwar alle in Sicherheit, jedoch auch von der Außenwelt abgeschnitten, sodass Almoth niemandem über seine Anwesenheit informieren konnte.
Unterdessen gab es auf das Hauptgebäude der Clankammer ein verheerendes Bombenattentat, bei der auch Hohekanzler Enerich Tolsom verletzt wurde. Dessen politischer Rivale Aramus Akharim berief eine Sondersitzung der Clanchefs ein, bei der auch Atlan teilnahm. Akharim verurteilte in seiner Rede die Anwesenheit der USO, während der Arkonide ein Hilfsangebot an die Reddeyer darlegte, falls dieses nötig sein sollte. Nachdem ein verstümmelter Funkruf von Rhaen Tolsom empfangen wurde, verließ der Lordadmiral am 17. Februar den Planeten und begab sich zum USO-Schiff QUESTRON, wo er vom Sturz der INANNA in die Sonne Reddeye erfuhr. Rhaen Tolsom wurde als "einzige Überlebende" aus der Space-Jet an Bord der QUESTRON geholt, bevor Atlan Nachricht vom Planeten Reddeye erhielt: Die Clankammer hatte sich gegen die Hilfe der USO entschieden und zudem die Agentin wegen 2.000-fachen Mordes angeklagt. Sie forderte die Auslieferung der "Terroristin" Tolsom, deren Bewusstsein vom Parasiten schwer angegriffen wurde, sodass sie keine klare Aussage über die Ereignisse auf der INANNA machen konnte. Durch einen diplomatischen Kniff wurde Tolsom vom Solaren Imperium angeklagt und so der Rechtsprechung der Reddeyer entzogen. Einige Tage später brachte man die unter Identitätsstörungen leidende Frau nach Terra, um sie dort zu behandeln. Inzwischen untersuchte USO-Captain Karkeron ein im Dschungel entdecktes unterirdisches Lager der Libra, wo er in den ansonsten leeren Räumlichkeiten auf ein Monster stieß, später gefangen genommen und nach Ereshkigal gebracht wurde.
Die QUESTRON mit Atlan und Fellmer Lloyd in Maske sowie Tolsom kehrten am 1. Mai 3113 nach Reddeye zurück, wo inzwischen die Parthan-Träger in ihrer Beraterfunktion seltsamerweise nicht mehr als Einheit wirken. Erneut trafen sie sich mit der Libra-Anführerin Goletta Marl, die den Arkoniden und seine Begleiter nicht erkannte und sie in den subplanetaren Stützpunkt führte. Dort entdeckte Lloyd in einem abgeriegelten Bereich die Körper-Ansammlung, welche vom übergeordneten Darakh-Bewusstsein als Ableger zusammengetrieben worden war. Ein Gewebeklumpen verband sich mit Tolsom und musste rasch operativ entfernt werden, bevor auch ihr Geist mit der Entität Darakh verbunden worden wäre. Dies wurde bei Marl und Rhaens Bruder Elion bereits vollzogen und hatte angeblich eine Erweiterung des Bewusstseins zur Folge. Die Ballung wurde schließlich durch den Tod erlöst. Während die Libra auf das Eintreffen eines ominösen Ereignisses warteten, entdeckte Atlan eine Nachricht von Rulan Karkeron, die über die Geschichte von Boris Parthan nach Ereshkigal, der Höllenwelt führte. Die altersschwache Kaulquappe THA-IV stand in einem Geheimhangar bereit, um von dort neue Söldner nach Reddeye zu bringen, sodass der Lordadmiral und seine Begleiter dieses Schiff in ihre Gewalt brachten und trotz Gegenwehr der Libra starten konnten. Die THA-IV flog per Autopilot am 3. Mai in Richtung Ereshkigal. Nach Atlans Rückkehr ins Reddeye-System wurden die Mitglieder der Libra verhaftet und jeglicher Einfluss Darakhs eliminiert.
[ATLAN-TB Höllenwelt 1 - 3]

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